Kleine Hunderassen

Was sind eigentlich ‚kleine‘ Hunderassen?

Hunderassen unterteilt man ganz grob in kleine, mittlere und große Rassen, wobei die Übergänge fließend sind und die Angaben nur als Richtlinien zur Orientierung gesehen werden dürfen. Da es schon, wie bei vielen anderen Tierarten auch, zu genetischen Unterschieden bei der Körpergröße zwischen männlichen und weiblichen Tieren kommt, erkennt man schnell, dass es sich bei dieser Einteilung nur um Richtungsangabe handeln kann, die als Entscheidungshilfe, bei Fütterungsentscheidungen und ähnlichem helfen kann.

Das ist auch eine gute Hilfe bei Mischlingshunden, denn wenn man die Rasse nicht kennt, kann man an Hand der Körpergröße doch in etwa entscheiden, ob der Hund in die Wohnsituation passt oder nicht.
Natürlich hat jede Rasse, egal ob groß oder klein, ihre typische Rasse-spezifischen Eigenschaften. Welche das gerade bei kleinen Hunderassen sind, findet sich weiter unten. Dabei muss natürlich klar sein, dass jeder Hund ein Individuum ist, dass seinen ganz eigenen Charakter hat. Dieser Charakter ist natürlich von seine Rasse geprägt, ist aber auch ganz einzigartig und individuell.

Gewicht und Größe

Und welches sind nun die Kriterien für kleine Hunderassen? Das ist ganz kurz gesagt. Maßgebend sind sowohl Schulterhöhe und das Gewicht, wohlgemerkt im Rasse-spezifischen Durchschnitt. Nach Gewicht teilt man kleine Hunderassen bis etwa 12 kg ein, mittlere von 12 kg bis etwa 35 kg und große Rasse ab 35 kg. Man sieht, die Spanne ist sehr groß, aber wenn man bedenkt, dass es circa 400 Hunderassen weltweit gibt, die in nur drei Kategorien eingeteilt werden sollen, erklärt sich diese Einteilung von selbst.
Das Gewicht eines Hundes spielt vor allem, dann eine Rolle, wenn man sich unsicher in der Futtermenge und bei einer notwendigen Medikamentengabe.Daneben ist die Schulterhöhe eines Hundes wohl eher für die persönliche Vorliebe entscheidend.

Typische kleine Hunderassen haben in der Regel eine Schulterhöhe, die kaum mehr als 30 cm beträgt. Allgemein könnte man wohl sagen, Hunde mit einer Schulterhöhe bis maximal 40 cm könnten als klein bezeichnet werden. Diese 10 cm Differenz rühren dahin, dass einige Rassen mit 35 – 40 cm Schulterhöhe zwar nicht besonders groß sind, vom typischen Körperbau, Gewicht und Charakter nicht eigentlich zu den kleinen Hunden, wie man sie im allgemeinen sieht, dazu rechnet. Hier ist also eine gewisse Grauzone oder Übergangszone, die gar nicht so präzise benannt werden soll. Doch was sind eigentlich die Vorteile von kleinen Hunderassen?

Vorteile kleiner Rassen

In der Regel sind kleine Hunderassen alle wohnungstauglich. Bei genügend Auslauf können viele von ihnen auch in Mietwohnungen gut gehalten werden. Der eindeutige Vorteil ist, wenn im Alter größeren Hunden das Treppensteigen schwer fällt, haben kleine Hunde kein so großes Gewicht, das man tragen muss.

Dagegen kann es je nach Treppe für sehr kleine Hunde trotzdem schwierig sein. Sie müssten dann immer getragen werden. Spielt bei den Wohnverhältnissen ein Treppenhaus eine entscheidende Rolle, sollte das bei der Rasse-Entscheidung mit bedacht werden. Kleine Rassen können da eine gute Wahl sein.

Obwohl es in jeder Größe Rassen mit ausgeprägten Familiensinn gibt, neigen viele Familien mit kleinen Kindern zu kleinen Hunderassen. Das mag zwar gegenüber einigen ‚familientauglichen‘ Großhunden ungerecht sein, ist aber für Hundeanfänger mit kleinen Kindern ein Grund. Dennoch, auch unter den kleinen Hunderassen gibt es einige, die sich nicht gut für Familien mit kleinen Kindern und als Anfängerhunde eignen.

Kleine Hunderassen haben durchschnittlich eine höhere Lebenserwartung als größere Hunde. Das hängt weniger mit der Rasse als mit dem Körperbau zusammen. Knochenbau, Körpermasse und -größe spielen bei größeren Hunden eine Rolle für das schnellere altern. Wohl gemerkt, dies sind nur allgemeine Hinweise. Auch hier sei noch einmal ganz ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jeder Hund einzigartig ist, auch was den Alterungsprozess angeht.

Ist man viel unterwegs oder möchte man seinen Hund in den Urlaub mitnehmen, ist es zwar bei guter Erziehung mit allen Hunden möglich, aber viele äußere Bedingungen sind mit einem kleinen Hund leichter. Nur als Bild gedacht mag sich vorstellen, dass es bestimmt sehr viel einfacher ist, mit einem Chihuahua zu verreisen als mit einer Dogge. Zumahl es unter Umständen bei sehr kleinen Hunden auch Reiseerleichterungen gibt.

Nachteile

Bei kleinen Hunderassen gibt es vor allem zwei wichtige Nachteile. Der erste Nachteil kommt auch bei größeren Hunden vor. Da aber bei den kleinen Hunderassen viele sehr alte Rassen dabei sind, sind hier Rassen mit Überzüchtungen ein nicht zu unterschätzendes Problem.

Ein überzüchteter sehr langer Rücken beim Teckel zum Beispiel, der gut in die Fuchs- und Kaninchenbaue kommen sollte. Oder die kurzen Nasen bei manchen Rassen, so dass der Tränenkanal zu kurz ist. Diese Überzüchtungen haben dann Anfälligkeiten für gewisse Krankheiten zu Folge.
Der zweite Nachteil ist, dass kleine Hunderassen manchmal verniedlicht und verharmlost werden. Die Folge ist, das man meint, so kleine Hunde müssten nicht erzogen werden.

Ein Hund ist aber immer ein Hund, egal wie groß er ist, und braucht immer eine Grunderziehung. Gerade manche typische kleine Hunderassen haben so ausgeprägte Rassemerkmale, die ohne Erziehung unangenehm werden könnten. Aber da Hundeerziehung auch einen Teil der Bindung zwischen Mensch und Hund ist, ist das ja auch etwas, was Freude in die Mensch-Hund-Beziehung bringt.

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